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Maximilian Eisenköck Architektur

Founder: Maximilian Eisenköck

Founded: 2014

City: Wien

Web: Maximilian Eisenköck

Fotos: Maximilian Eisenköck

Maximilian Eisenköck (*1983 in Graz) studierte an der Technischen Universität Wien. Erfahrung sammelte er bereits früh in den Büros Architektur Consult ZT GmbH, Coop Himmelb(l)au und DMAA. Im Anschluss an die Ziviltechniker Prüfung erfolgte im Jahr 2014 die Gründung des eigenen Architektur-Studios in Wien.

Maximilian Eisenköck bei architektur in progress:

 

Fährtenleser
27.05.2021| Isabella Marboe

„Für mich zählt weniger die Größe, als vielmehr die Besonderheit eines Projekts“, sagt Architekt Max Eisenköck, der an jedem Bauvorhaben wachsen will. Einfache Konzepte, klare Linien, minimale Querschnitte und maximale Materialechtheit charakterisieren seine Architektur. Eisenköck pflegt das Schöne und eine akribische Liebe zum Detail. Das führte ihn zu Denkmalpflege und Sanierung, einem weiteren Schwerpunkt seiner Arbeit.   

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Max Eisenköck plant maßgeschneiderte Behausungen für private BauherrInnen und restauriert mit Akribie alte, mitunter denkmalgeschützte Bauten. Beides verbindet sich symbiotisch im Atelierpavillon R. Seiner Bildhauer-Baufrau sanierte er das verwahrloste Bauernhaus ihrer Kindheit minimalistisch rau und ergänzte es um einen transparenten Pavillon im Garten. Ein Hauch von nichts mit filigranen Stützen zwischen schwebender Bodenplatte und Flachdach. Die Bildhauerin wohnt im Pavillon und arbeitet im Bestand. Eines ginge nicht ohne das andere, beides bereichert das Dorf. 

Die Ästhetik von Max Eisenköck umfasst die Gesamtheit von Materialien, Oberflächen, Texturen, Fugen und Details. Er strebt nach Perfektion ohne sichtbarer Anstrengung: schlüssige Konzepte, klare Linien, minimale Querschnitte, maximale Materialechtheit. In dieser Schlichtheit steckt viel Recherche. „Ich habe mir immer Nischen gesucht, die sonst keinen interessieren. Kleine Dinge faszinieren mich.“ Unscheinbares, das so gern übersehen wird und doch so resilient ist. Anonyme Architektur wie Schuppen und Stadel, die mit dem Alter noch schöner werden. „Dieser Grad von Minimalismus ist sehr schwer zu erreichen, wenn man ihn künstlich erzeugen will.“

Max Eisenköck wurde die Architektur gleichermaßen in die Wiege gelegt, er wuchs darin auf, 24 Stunden lang. „Architektur war so um mich herum, dass ich sie gar nicht bemerkte.“ Die Familie bewohnte ein dekonstruktivistisch-postmodernes Hanghaus mit Lufträumen, Brücken, Treppenfluchten und einem gewölbten Schmetterlingsdach. Sein Vater - Architekt Hermann Eisenköck - hatte es geplant. Der große, charismatische Günther Domenig war sein bester Freund, 1998 erweiterten sie ihr gemeinsames Büro mit Herfried Peyker zur Architektur Consult ZTGmbH. Alle vierzehn Tage sah sich Domenig mit Eisenköck senior ein Formel-I-Rennen an. Dann beauftragten die beiden den kleinen Max, in seinem Zimmer aus Lego ein Formel-I-Auto zu bauen. Dem gestrengen Urteil der Meister genügte es stets erst am Ende des Rennens. Das erste Gebäude, das Eisenköck nachhaltig beeindruckte, war das Steinhaus von Domenig.

Das Architekturstudium an der TU Wien fiel ihm leicht. Sich aus dem Schatten der großen Vorbilder zu lösen, aber brauchte Zeit. Nun hat er seinen Weg gefunden. Max Eisenköck baut von jedem seiner Projekte mit Hingabe höchst präzise Modelle. In seinem Atelier steht derzeit eines der Villa Rezek. Mit Grandezza erobert sich das klassisch moderne, abgetreppte Terrassenhaus einen steilen Hang in Wien Währing. Als eines der „bedeutendsten und wohl auch mysteriösesten Wiener Häuser der frühen 1930er“, bezeichnete es Friedrich Achleitner. Architekt Hans Glas entwarf die Villa mit den großen, teils absenkbaren Fenstern und üppigen Terrassen von 1923 bis 1933 für das jüdische Ärzteehepaar Rezek. Sie mussten emigrieren, ihre Villa wechselte häufig die Besitzer. Zuletzt verfiel sie, bis ein Grazer Unternehmen sie kaufte. Nun wird sie von Max Eisenköck in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt restauriert. Und zwar so, wie es ihrem ursprünglichen Charakter entspricht.

"Atelierpavillon in Neuaigen"

Ein Hauch von nichts. Die Bauherrin – eine Keramikkünstlerin – verlegte ihren Lebensmittelpunkt an den Ort ihrer Kindheit. Ihr Budget war klein, ihre Bereitschaft, ein kompromisslos modernes Haus zu bewohnen, umso größer. Architekt Maximilian Eisenköck sanierte behutsam den elterlichen Bestand und setzte ihr einen radikal transparenten Pavillon aus Glas, Holz und Stahl in den Garten.

Lesen Sie das vollständige Porträt „Der Verwandler“ von Isabella Marboe in der architektur.aktuell Ausgabe "Splendid Isolation" #15 | 15.3.2021 |