Veranstaltungsrückschau

Fingerspitzengefühl: Damit sind die Zwillingsbrüder Gregor Wakolbinger und Simon Wakolbinger ausgestattet. Und setzen dieses auch ein – für die Wünsche des Bauherren, aber auch, um die Seele der Gebäude zu transportieren. Mit trockenem Humor präsentierten waax Architekten aus Linz vor einem großem Publikum Renovierungsprojekte, die trotz teils eher dürftiger Grundaussichten bezüglich Bausubstanz zu wunderschönen Projekten transformiert wurden. Etwa das „Nordlicht“, wo aus einer äußerst sanierungsbedürftigen Immobilie ein lichtdurchflutetes Wochenendhaus wurde. Aufs Wesentliche reduziert, verwendeten die Architekten hier nur Materialien, die aus dem alten Haus stammten oder immerhin damals verwendet hätten werden können. Das Projekt „Corpus ater“ im niederösterreichischen Öd war ein in einer Siedlung gelegenes Einfamilienhaus, das neben einer Rundumerneuerung auch mehr Sonne und Licht benötigte. Hier wurde das typische Satteldach übernommen und neu interpretiert und dem Haus gegen Ende eine schwarze hermetische Holz-Fassade verliehen, durch die nun die Nachmittagssonne durchs ganze Haus scheint. Das dritte Projekt, „Opa’s House“, war von der sehr emotionalen Bindung des Bauherren zum Haus geprägt. Dieses erhielt einen Zubau, in welchem die L- Grundform des Hauses wiederholt wurde. Aufgrund des schlechten Bestands musste dieser jedoch erneuert werden und mündete in einem Wiederaufbau des Gebäudes. Der Zubau aus Beton liefert nun den nötigen Kontrapunkt zum Bestand und ist auch dem Mut des Bauherrn zuzuschreiben. Die generelle Frage, wie mit Wünschen von Bauherren am besten umzugehen ist, mit denen man als ArchitektIn nicht einverstanden ist, bot dann noch Anlass zu einer Diskussion, in welche Publikum und auch die Gastgeber von querkraft einbezogen wurden.

waax Architekten, Linz

„Vom Finden des Essentiellen“

waax Architekten wurde 2014 in Linz von den Zwillingsbrüdern Gregor Wakolbinger und Simon Wakolbinger (*1977) nach ihren Studienjahren in Wien, Innsbruck und Madrid gegründet. Sie verstehen Architektur als interdisziplinären Prozess mit offenem Ausgang, in welchem sie mit allen Sinnen das ‚Essenzielle‘ herausfiltern. Beobachten, Zuhören, Verstehen, Fühlen und das Erkennen vorhandener Potentialen des Ortes sowie der Aufgabe. waax nützen bestehende Strukturen, vernetzen und verknüpfen diese neu, und entwickeln so aus den Ideen und Vorstellungen der Auftraggeber neue Identitäten. waax Architekten fordern ihre Bauherren heraus sich mit der Bauaufgabe dem Entwicklungsprozess auseinander zu setzen, um später Entscheidungen mit dem Blick auf das Ganze treffen zu können. Mit viel Herzblut entwickeln Sie ihre Architektur immer weiter und suchen Diskurs und Auseinandersetzung nicht, um flexibel und offen für neue Wege zu bleiben.

bei querkraft
Börseplatz 2
1010 Wien

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