“ Bestand als Chance“ - Praxisbeispiele und Prozesse aus dem baubüro in situ

Klara Jörg, baubüro in situ, Zürich

Klara Jörg schloss nach Arbeits- und Studienaufenthalten in Reykjavik (IS), Paris (F) und Aarhus (DK), 2020 ihr Architekturstudium an der Universität für angewandte Kunst in Wien ab. Bereits im Studium unter Kazuyo Sejima sowie Christina Díaz Moreno & Efren García Grinda setzte sie sich mit nachhaltigen Bauweisen und der Integration von erneuerbaren Energiequellen in unsere gebaute Umwelt auseinander.  Gemeinsam mit Julian Raffetseder gründete Klara Jörg das Future Problems Architecture Studio in Wien, das sich mit Fragen des Zusammenlebens auf einem Planeten mit endlichen Ressourcen beschäftigt und Strategien des zirkulären Bauens mit architektonischen Maßnahmen in Zeiten der Klimakrise verbindet. Nach zweijähriger Leitung der Wettbewerbsarbeit bei feld72 Architekten in Wien, arbeitet sie seit 2022 im baubüro in situ in Zürich.

Das baubüro in situ wurde 1998 von Barbara Buser und Eric Honegger in Basel gegründet und plant vor Ort, mit den Menschen, mit dem Bestand und mit der Umwelt mit Büros in Basel, Zürich und Rolle und im Netzwerkverbund mit Denkstatt sàrl., unterdessen und Zirkular.

Aktuell entsteht in mehreren Etappen auf dem historischen Industrieareal der SBB-Werkstätten die Werkstadt Zürich. Über ein Jahrhundert lang wurden hier Züge instandgesetzt, heute weicht der Reparaturbetrieb schrittweise neuen Nutzungen. So bietet sich die Chance, mitten in Zürich eine nachhaltige Mischung aus Gewerbe, Dienstleistungen und Freizeit zu etablieren. Das Gebäude Q spielt dabei eine Schlüsselrolle: Auf fast 10’000 m² Grundfläche konnten hier ideale Rahmenbedingungen für produzierendes Gewerbe und den urbanen Werkplatz der Zukunft geschaffen werden. Bei der Sanierung des Gebäudes Q ist die historische Substanz weitgehend erhalten geblieben und durch reversible Elemente ergänzt worden – ein Ansatz, der architektonische Qualität, Atmosphäre und langfristige Flexibilität verbindet.

Mit dem Projekt Werkhof 29 im Industriequartier Binz in Zürich wurde ein Backsteinbau von 1934 in einen vielfältigen Arbeitskomplex transformiert. Dem bereits mehrfach umgebauten Industriebau wird eine weitere Nutzungsperiode ermöglicht

und für das Kleingewerbe, das teilweise vor Ort bleiben konnte, wird maximale Flexibilität geschaffen. So entstand ein weiterer Baustein in der seit 10 Jahren laufenden Verdichtung und Veränderung des Areals an der Grubenstrasse, das als eines der letzten von der handwerklich-gewerblichen Vergangenheit der Binz zeugt. Zentrales Konzept ist die konsequente Verwendung von vorhandenen Materialien, wobei der Bestand selbst den größten Anteil daran hat. Fassadenbleche, Fenster, Türen, Radiatoren und Dämmstoffe stammen aus Rückbauprojekten an anderen Orten.

www.insitu.ch

 

Di, 6. Oktober 2026, 19h
“ Bestand als Chance“ - Praxisbeispiele und Prozesse aus dem baubüro in situ
Klara Jörg, baubüro in situ, Zürich
Smartvoll, Kirchengasse 23, 1070 Wien

 

Zurück