Wie gelingt die klimaresiliente Transformation?

Ein voller Saal im LAUFEN space verfolgte gespannt den Vortrag von Anna Detzlhofer und Rita Engl von D\D Landschaftsplanung. Anhand von drei Schlüsselprojekten wurde veranschaulicht, wie es gelingt, klimaresiliente Transformation so umzusetzen, dass trotz Baustellen, Wegfall von Parkplätzen oder Veränderung gewohnter Umgebungen eine überaus große Zustimmung durch Anwohnerschaft bzw. Nutzerinnen erzielt werden kann, wie Anna Detzlhofer stolz berichten konnte. Alle drei Projekte wurden über Wettbewerbe gewonnen. Der genauen Analyse und dem kreativen Entwurf folgt ein interdisziplinärer Entwicklungsprozess der oft auch Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Lösungen beinhaltet. Für den Promenadenring St. Pölten wurde ein eigenes Zulaufsystem entwickelt, um Niederschläge entsprechend dem Schwammstadtprinzip in großen Retentionskörpern unterirdisch zu speichern, dass dann den Bäumen kontinuierlich zur Verfügung steht, während überschüssige Mengen langsam versickern. Auch bei der Begrünung im Rahmen von „MQ goes Green“ wurden die Pflanzen als amorphe „Grüne Bündel“ in speziellen, temporären „Pflanzballen“ zuerst an den Standort gewöhnt. Erst nach der Evaluierung dieser „Testphase“ wurden diese dann inklusive geschickt versteckter Speicherkörper dauerhaft gepflanzt, um den zahlreichen Besucher:innen im Hof des MQs nicht nur im Sommer kühlenden Schatten zu spenden, sondern über das gesamte Jahr hinweg durch ein wechselndes Ambiente für ein gutes Klima zu sorgen.

Begeistert hat auch der Einblick in eines der spannendsten Transformationsprojekte der Schweiz. Beim Attisholzareal an der Aare bei Solothurn wird aktuell, gemeinsam mit einem interdisziplinären, transnationalen Planer:innenteam die größte Industriebrache der Schweiz zu einem lebendigen, durchgrünten Kultur- und Wohnquartier transformiert. Nicht selten werden Landschaftsarchitekt:innen und Grünraum:planerinnen von den Architekt:innen und Entwickler:innen erst zugezogen, wenn die Entwürfe der Gebäude stehen, anstatt hier bereits von Beginn an gemeinsam auf Augenhöhe und im gegenseitigen Austausch an Konzepten zu arbeiten, wie Rita Engl anregte. Im Attisholzareal war es der Wunsch des Entwicklungsbeirates nicht fertige Pflanzpläne vorzugeben, da die Entwicklung auf zumindest ein Jahrzehnt und darüber hinaus ausgelegt ist, sondern ein Leitbild für den Einsatz von zumeist bestehenden, wiederverwendbaren Materialien, zu Farben, Prinzipien und Qualitäten zu erstellen. Im Freiraumhandbuch wurden Schicht für Schicht Wasser- und Vegetationssequenzen sowie Atmosphären festgelegt, die den ursprünglichen Charakter erhalten, sowie die Entwicklung von Sukzessionspflanzungen nach dem Opportunitätsprinzip ermöglichen sollen. Die Natur kann sich so über einen längeren Zeitraum entsprechend der sich verändernden, klimatischen Rahmenbedingungen entwickeln und anpassen. Eine wahrlich zukunftsfähige Anleitung, um eine langfristige Transformation klimaresilienter Lebensräume erfolgreich zu programmieren.

Unser Dank gilt Anna Detzlhofer und Rita Engl für diesen wunderbaren und inspirierenden Vortrag, sowie Hassan und Martin, die als Gastgeber noch bis spät den angeregten Austausch am Buffet im LAUFEN space ermöglichten.

https://www.dnd.at

 

Di, 05. Mai 2026, 19h
„Alles im grünen Bereich“  D\D Landschaftsplanung
Laufen-Space, Salzgries 21, 1010 Wien

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