Arnim DoldArnim Dold
Christian HasenauerChristian Hasenauer

 

Superreal

Superreal-istisch!

Am 20. April 2004 wird das Design- und Architekturbüro Superreal, mit Dependancen in Wien und London, im Rahmen der Vortragsreihe architektur in progress über ihre Arbeit sprechen oder singen. Jedenfalls kein „Architektenporno“ im Bene Atrium präsentieren, wie die vier Mitglieder versprechen.

von Antje Mayer

Jammern ist ihre Sache nicht. Das Motto der vier Jungs von Superreal klingt so gut gelaunt wie bodenständig: “Be strong. Be honest. Be simple and entertaining. Smile!” („Sei stark, ehrlich, einfach und unterhaltsam. Lache!). Das machen der Dresdner Architekt Peter Döllmann (34), der Grafikdesigner Michael Scheufler (35), der Künstler Christian Hasenauer (36) und der 3D-Modellist Arnim Dold (33) gemeinsam. Und zwar möglichst immer gemeinsam, denn das ist ein Prinzip von Superreal: „Ganzheitlich zu arbeiten“, wie Peter Döllmann meint. „Wir denken, dass viele Projekte an der Schnittstelle zwischen Grafik, Architektur, medialem Auftritt und künstlerischem Anspruch scheitern. Wir arbeiten wesentlich im Bereich Corporate Design und beraten bei der Produktentwicklung, da ist spartenübergreifendes Denken gefragt. In unserer Zusammenarbeit entsteht mehr als nur die Summe unserer einzelnen Fachgebiete. Dieses „mehr“ ist Superreal. Darüber werden wir im Bene Atrium sprechen und weniger über unsere Projekte.

Architektenporno ist unsere Sache nicht!“ Für die Noodlekette MOSCHMOSCH in Frankfurt am Main beispielsweise haben die Designer von Superreal einfach alles gestaltet: „Angefangen vom Firmennamen, der Architektur, Briefpapier, T-Shirt, Speisekarte bis zum handgemachten Geschirr. Auch der Webauftritt und sogar die Werbekampagne sind von uns“, erzählt Döllmann. Das All-in-One-Prinzip hat sich bewährt. Die Leute stehen Schlange vor dem neuen Lokal und ein zweites, auch rundherum von Superreal designt, wird Mitte April fertiggestellt.

Auch in Wien kommt der Komplettservice an: Für das private Gesundheitszentrum Woman&Health am Laurenzerberg (Hauptpostgebäude) am Wiener Schwedenplatz, das Anfang Juli fertig wird, zeichnen sich die Vier wieder für den gesamten „Kreativpart“, von Corporate Design bis Innenraumdesign, verantwortlich. „Leichter machen wir es uns dadurch freilich nicht“, gibt Döllmann zu. „Die Aufgaben sind dadurch, besonders am Anfang, unglaublich komplex. Die Praxis beweist jedoch, dass die strenge Aufteilung der akademischen Disziplinen, wie man sie von den Schulen kennt, längst Schnee von gestern sind.“

Zur Lockerungsübung zwischendurch macht Superreal Grafikdesign (etwa für die London Fashion Week), Produktentwicklung (etwa für Bartenbach Lichtlabor) und dazu nicht ganz so ernst gemeinte Objekte, wie die Superman Zosch-Tapete oder das fesche Luftkissen-Fundoshi, die sie bei internationalen Ausstellungen von Tokyo bis Wien präsentieren (etwa 2002: Designbloks in London, Korea, Tokyo oder „mega: manifeste der anmaßung“ im Wiener Künstlerhaus). „Ausstellungen sind unsere Testfelder, Humus für die tägliche Designarbeit. Wir denken, dass wir uns der Konfrontation mit dem Publikum stellen müssen. Das belebt ungemein“, lacht Döllmann. „Humor und die Beschäftigung mit dem Absurden ist uns wichtig. Wir arbeiten unsere Projekte nie bierernst nach Schema F ab. Deswegen auch der Name Superreal, den man so übersetzen könnte: Offensiv angehen, was hinter dem Realen liegt.“ Superreal-istisch!


Superreal: Gründung 1999 in London und Wien mit Peter Döllmann, Michael Scheufler, Christian Hasenauer, Arnim Dold

 

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