Norbert SteinerNorbert Steiner

 

sputnic

Wenn man den Namen Sputnic hört, denkt man an Architektur als Verkaufsschlager, als Markenprodukt. Natürlich passt das ins Bild, doch es lohnt sich, das Bild genauer zu betrachten.
„Sputnic“ heißt in der Übersetzung „Weggefährte“ und das ist auch schon die ganze Philosophie, die -  sofern man eine sucht -  im pragmatisch, spielerischen Ansatz der Architektur von Norbert Steiner und Martin Huber steckt.
Die beiden versuchen den architektonischen Aufgaben in einem ganzheitlichen Sinn auf die Spur zu kommen und daraus einen Grundgedanken, einen roten Faden zu entwickeln, der unzweifelhaft das Neue kennzeichnet, vielleicht aber auch der Aufgabenstellung neuen Sinn, eigentlichen Sinn verleiht. Es geht oft einfach darum, die Dinge auf einen Nenner zu bringen und damit zu vereinfachen, nicht zu simplifizieren, sondern zu komprimieren und auf die Idee, die Essenz zurückzubringen.

Ein wichtiges Beispiel dieser Vorgangsweise ist der Wettbewerb Hollabrunn, bei dem die beiden mit einem bestechend einfachen, aber alle Bedingungen berücksichtigenden Konzept den 1. Preis erzielten. Ausgeschrieben war ein baukünstlerischer Ideenwettbewerb für den bereits einige Jahre davor neu konzipierten Hauptplatz. Somit beschränkte sich die Ausschreibung eigentlich auf Stadtmöblierung und dergleichen, denn Parkplätze, Fahrbahnen und damit die willkürliche Zerschneidung des Platzes in zwei Teile, waren bereits unwiderruflich passiert. Als Ergebnis des Brainstormings wurde ein Signet erfunden, das den Platz definiert, seine Zugänge, Schwellenbereiche markiert, aber auch als übergeordnetes Logo Gültigkeit erlangen sollte. Ein oranges aufgemaltes großes „H" in einem Kreis mit den Ausmaßen eines Hubschrauberlandeplatzes sollte auf den Platz gemalt werden. Die Farbe orange, wie auf der Autobahn bei temporärem Spurwechsel, signalisiert, dass hier die Kernzone, ein sensibler Bereich der Stadt, beginnt. Die Zweiteilung durch die Fahrbahnen wird relativiert. Mit den Jahren würde dann das Symbol verblassen, - ein Spiel mit der Vergänglichkeit - mag sein - oder ein Ansatz, neue Schritte zu setzen, vielleicht auch den, das Symbol einfach neu aufzumalen. Die Stadtgemeinde denkt noch immer darüber nach.

Beim Wohnungsumbau für einen privaten Bauherrn in Brunn/Gebirge konnten die Planungsideen schneller umgesetzt werden. Eine 95 m2 große Wohnung war in ein neues Funktionskonzept zu bringen, was mit der Küche als Raumgerüst im Wohnbereich - es trägt mehr oder minder freischwebend die Nirosta-Arbeitsplatte und Boxen für Geschirr, Hifi und Video - sowie der Schaffung nur eines, später auch teilbaren, großen Schlafraums mit gläserner, transluzider Hülle zum Gang konsequent durchgezogen wurde.

Zuletzt noch zum städtebaulichen Wettbewerb Innsbruck Tivoli in Zusammenarbeit mit Markus Spiegelfeld. Da ging es darum dem Frachtenbahnhofsareal ein neues Gesicht zu verleihen. Auch dabei wird das Duo in der Suche nach Leitgedanken fündig. In erster Linie wird der gesellschaftliche Hang zum Breitensport und Tourismus beleuchtet und mit der Konzeption eines Gelenkspunkts, genannt Firn planerisch bereichert. Von diesem leistungsfähigen Verkehrsknotenpunkt aus soll eine Seilbahn die beiden Attraktionen Innsbrucks, nämlich die Hungerburg und das Berg Isel Stadion verbinden. Somit entsteht am Tivoli auch ein weithin sichtbares städtisches Merkzeichen. Die Bebauung wird je nach Standortgüte, z. B. Wohnen an der Sill also in eher ruhigerer Lage, oder gewerbliche Nutzung um den Frachtenbahnhof, vorgesehen.

Patricia  Zacek


 Norbert Steiner:
geboren am 5.9.1967 in Kufstein
1998 Architektur - Diplom an der Techn. Universität, Wien
1998 Gründung von sputnic in Wien

 

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