Andreas GasserAndreas Gasser
Kurt RauchKurt Rauch
Rita PirpamerRita Pirpamer

 

S.O.F.A. architekten

Under the Bed. Manchmal ist „architektur in progress“ fast detektivisch in Sachen Architektur unterwegs. Man weiss ja mittlerweile, dass die Wiener Szene vielfältig und reichhaltig mit Gruppen und Grüppchen von ArchitektInnen bevölkert ist und stösst doch immer wieder auf neue Namen, die nicht gleich mit Projekten assoziert werden können.


In Südtirol sind nicht nur die meisten Projekte von SOFA, sondern auch alle drei Partner (Andreas Grasser, Rita Pirpamer und Kurt Rauch) beheimatet. Ihren Bürositz haben sie allerdings, gleich nach dem Studium 1998 in Wien, wo alle auch studierten, beibehalten. Die Residenz von SOFA findet sich im 8. Bezirk und strahlt ebenso diese Gemütlichkeit aus, die mit ihrem Namen assoziert wird. Der ist freilich längst nicht mehr so wichtig und entwickelte sich aus „OFA“, was die Abkürzung von „Offen für Alles“ bedeutete.

Doch selbst Architekten müssen sich dann und wann in ihrer Offenheit einschränken und so wurde aus OFA SOFA und „Sind offen für Anderes“. Das Andere ist oft nur einen Hauch vom Bekannten entfernt und wird manchmal nur in einer geringen Verschiebung des Blickwinkels deutlich. In diesem Sinne darf man das „Andere“ bei SOFA durchaus interpretieren. Bei ihren Projekten scheinen sie wenig Rücksicht auf „modische“ Tendenzen zu nehmen und fügen sich dennoch in ihren Rahmen.

In der Zeit zwischen den Feiertagen, noch im alten Jahr, konnte ich im Amsterdamer Stedljik Museum eine Fotoausstellung betrachten, von der mir vor allem ein Bild in Erinnerung blieb: „Under the bed“ von der polnischen Fotografin Olga Wazcovicz. Diese photografische Aufnahme zeigt einen Blick, wie der Titel schon ankündigt, unter ihr Bett. Dieser Blickwinkel auf ein ziemlich gewöhnliches Objektes ist so befremdlich fotografiert, dass man den Eindruck einer weiten Landschaft oder Schlucht bekommt, die erdig, farbig und fast unendlich scheint. Der gepolsterte „Himmel“ wirkt wie ein überhängeder Felsen und das Licht vom Bettrand, wie eine aufgehände Sonne. Wie mit einer Mikrokamera ins Innere des Körpers gefilmt, wird dieser staubige Bettraum zu einem räumlichen Erlebnis.

Und ein wenig erweckt auch die Architektur von SOFA diesen künstlerischen und künstlichen Blick auf Gebautes und Räumliches. Ihre Projekte, und hier besonders das Restaurant und das Besucherzentrum der Gärten von Trattmansdorff in Meran oder das trotz eines ersten Preis im Wettbewerb nicht realisierte Feuerwehrhaus in Raasdorf (NÖ) lassen erst auf den zweiten Blick das Besondere erkennen. Grundsätzlich verständlich und simple, arbeiten sie in ihren Entwürfen stark mit einem „zweischneidigen“ Kontext, der sowohl von Innen nach Aussen, als auch von Aussen nach Innen wirkt. Ebenen, räumliche Verschränkungen und Details beschränken sich nicht auf einzelne Highlights, sondern überraschen vor allem räumlich.

Das mag aus den persönlichen Methodiken der einzelnen Partner von Sofa enstehen, die sich auch selbst als gegensätzlich beschreiben. So denkt Kurt Rauch von Anfang an im grossen Massstab, Rita Pirpamer kommt mit Detaillösungen heran und Andreas Grasser drängt auf pragmatische Entscheidungen. Doch grundsätzlich sind sie, wie so viele, von der Sucht des Entwerfens berauscht, bei der man „seinen Gedanken freien Lauf lassen kann“ (Pirpamer) und „warum man eigentlich Architekt“ geworden ist (Grasser).

Die Ergebnisse werden sie gemeinsam bei architektur in progress im bene Atrium am 27. Jänner präsentieren und dann kann man ruhig genauer hinsehen. Auch unters Sofa.

 

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