Monika GoglMonika Gogl

 

MA´nGO Architects

Das Tiroler Team steht exemplarisch für eine blühende Architekturszene im Westen Österreichs. „Mangos grow in a wide variety of shapes and sizes, with a fragrant, brilliant, golden-orange, sweet flesh. They have a thin, tough skin and are an excellent source of vitamins A(rchitecture), C(ity Planting) and D(evelopment)” heißt es im Einleitungstext der Imagebroschüre der Architekten vielversprechend. Die ersten architektonischen Früchte sind bald zu ernten.

Vermutlich durch die dezentrale Lage und daher vor exzessiver Beobachtung sowohl durch die restösterreichische Konkurrenz als auch vor den auf das Wiener, Grazer und Vorarlberger Geschehen konzentrierten Architekturkritiker gefeit, konnte sich in Tirol in Ruhe eine Architekturszene entwickeln und festigen. Heute ist die Trademark „Architektur aus Tirol“ weit über die Landes- und Bundesgrenzen hinaus ein Begriff. Auffallend ist, dass es bis jetzt zu keinem konformistischen Einheitslook gekommen ist, sondern im Gegensatz zu anderen Regionen eine erfrischende Vielzahl an eigenständigen Handschriften ablesbar ist. Böse Zungen behaupten dies läge an der sprichwörtlichen Sturheit der Tiroler. Nüchtern betrachtet ein nicht länger aufrecht zu haltendes Vorurteil. Ein Grund könnte darin liegen, dass Tiroler Architekten egal ob Lois Welzenbacher, Josef Lackner oder der in seiner Fähigkeit zur inhaltlichen Verdichtung meisterhafte Rainer Köberl, stets den Ort, seine „spezifischen“ Schwingungen und die Umgebung als Maßstab ihrer Entwürfe wählten.

Bei MA’nGo verhält es sich ähnlich. Der enge persönliche Bezug zum Lokalen drückt sich zwar in einer dem spezifischen Ort verhafteten Herangehensweise aus, typisch Tirolerisches findet man dennoch nicht: Ortsverbundenheit ohne regionalistische Klischees weiterzuschleppen.

Ihr zur Zeit größtes Projekt ist ein Kinozentrum am Marktplatz von Lienz. Das Gebäude wird nicht als Hülle eines Entertainment-Centers verstanden, sondern wird selbst benutzbarer Teil der Stadtlandschaft und des städtischen Lebens. Die breite Treppe dient nicht nur der Erschließung des Foyers im ersten Obergeschoß, sondern soll zu einem öffentlichen Aufenthalts- und Verkehrsraum werden. Was über die Medien ohnedies bereits Realität ist, manifestiert sich nun auch in einer baulichen Inszenierung: ein Hauch von Hollywood in der Provinzhauptstadt.

Gleichzeitig in Bau befindet sich in ein kleines Wohnhaus auf einem Hang in Osttirol. Der völlig unprätentiöse Bau soll als Wohlfühl-Ort den Sehnsüchte seiner Bewohner eine Heimat geben. Die lose übereinandergeschichteten Steine des Findlingsmauerwerkes, das das Grundstück an zwei Seiten begrenzt findet sich als äußere Gebäudehülle wieder. Gelände und Dach gehen ineinander über, das Haus wird Teil der Landschaft.

Spektakulär wirkt der Wettbewerbsbeitrag für die Überdachung der archäologischen Ausgrabung von Aguntum, die zum Teil unter einer Straßenbrücke liegt. Unter dem Titel „Fatamorgana“ spannt sich eine verspiegelte Wolke über die Straße, in der nicht nur die Ausgrabung, sondern auch andere wichtige Punkte aus der Umgebung fokussiert werden.

Während die Arbeiten aus Studentenzeiten noch starke Anleihen bei den großen Vorbildern der Achtziger- und Neunzigerjahre nehmen, schaffte es das junge Team erstaunlich schnell, aus eigener Kraft städtebaulich und topographisch gut integrierte Architekturen zu entwickeln. Reich an Assoziationen sind sie allemal. Nicht mehr allein verweisend auf  die Stars und Trends aus Studienzeiten, sondern im Hinblick auf eine dichte Bild- und Gedankenwelt, die aus der Geschichte eines Typus, eines Ortes oder der zukünftigen Nutzer und Bewohner kommt.  Die Gabe, diese Bilder sinnvoll und sinnlich in Gebautes umzusetzen, ist beim Schritt vom Bauen zur Baukunst wesentlich. Bei MA’nGo müssen die Resultate noch abgewartet werden. Der Beginn ist jedenfalls vielversprechend.

Franziska Leeb


Monika Gogl
1969        geboren in St.Johann i.Tirol
1987-95  Architekturstudium an der TU Innsbruck
1995        Diplom bei Prof. Volker Giencke
1996-97  Studium zum Master of Architectural Design
                 an der Bartlett School of Architecture/London
1997        Master of Architectural Design
1998/99  Assistentin am Institut für Hochbau und Entwerfen
                 der Universität Innsbruck, Prof. Giencke

Marianne Durig
1968        geboren  in Bludenz , Vorarlberg
1986-94  Architekturstudium an der TU Innsbruck
                 Diplom bei Prof. Volker Giencke
1998/99  Assistentin am Institut für Hochbau und Entwerfen
                 der Universität Innsbruck, Prof. Giencke

Hans-Peter Machné
1971        geboren in Lienz, Osttirol
1991-95  Architekturstudium an der TU Innsbruck
1994-98  Architekturstudium an der TU Graz
1997        Diplom an der TU- Graz bei Joost Meuwissen 1998        Gründung von MA´nGO

 

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