Robert KutschaRobert Kutscha
Veronika OberwalderVeronika Oberwalder

 

ko a la

Wir sind Luxus. Mit der Präsentation des Team „ko a la“ im Rahmen der Vortragsreihe von architektur in progress wird das spannend-produktive Verhältnis zwischen Landschaftsplanung und Architektur zum Thema gemacht. Unverfänglichkeit und Exotik orten Robert Kutscha und Veronika Oberwalder in ihrem eigenen Büronamen, dem Akronym „ko a la“, das sich aus Kutscha Oberwalder Architektur Landschaft zusammensetzt. Diese Zusammensetzung ist durchaus programmatisch. Das transdizsiplinäre Team macht zwar keine herkömmliche Architektur (mehr), aber Landschafts- und Freiraumplanung, die sich ganz stark aus dem Begreifen der Architektur in der Landschaft, aus der Überprägung von Landschaft durch das Gebaute, definiert. Mit den Mitteln der Landschaftsplanung wird auf Architektur re-agiert, wird ergänzt, durchschnitten, konterkariert, unterstützt.

Was für andere Landschaftsplanungsteams die Ökologie oder die Raumplanung, ist für Koala die Architektur, aus der sie ihre Entwürfe herleiten. Die Architektin und Medienkünstlerin Oberwalder und der Landschaftsplaner Kutscha, der auch gelernter Jurist ist und zwei Jahre als Biobauer gelebt hat, nahmen 1999 an dem Wettbewerb der International Federation of Landscape Architecture teil zum Thema „Urban Space Design“ und trugen mit ihrer Bearbeitung der städtischen Problemzone am Vorplatz des Wiener Westbahnhofs den ersten Preis davon. Das gemeinsame Büro gründeten sie im Jahr 2000. In einem kleinen oststeirischen Dorf realisierte das Team mit „own“ das eigene Haus, in dem die Architektur mit dem umgebenden Landschaftsraum auf vielen Ebenen verschmilzt, die Außenbezüge, aber auch die Entwicklung der Raumabfolge sich aus der Landschaft herleitet.

Trotz der erfolgreichen internationalen Rezeption des eigenen minimalistischen Hauses wandte sich das Team ab dann der spezialisierten Nische Landschaftsplanung zu. Die Gestaltung privater Gärten ist ihr Aufgabenfeld nicht, vielmehr setzen sie sich auseinander mit der Freiraumgestaltung bei Büro- und Gewerbebauten, Schulen, Kindergärten, Universitäten oder im öffentlichen Raum. Im Falle des von Ernst Giselbrecht geplanten neuen Produktionsstandortes von Roche Diagnostics in Graz fungieren die Außenanlagen wie ein Tablett für das Gebäude. Die Geometrien der drei außenliegenden Schaugärten wurden aus dem Gebäuderaster entwickelt. Die Gärten selber thematisieren für die Betrachter den Jahreszeitenwechseln, ein innenliegender Pausenraum ist für die Mitarbeiterinnen auch begehbar. Ebenfalls im Zusammenarbeit mit Ernst Giselbrecht wurden die Freiraumzonen für das Forschungsgebäude Biokatalyse der TU Graz geplant, die eine rigorose Funktionsentflechtung der Verkehrsflächen vornimmt und so die Freiräume erst allgemein zugänglich macht.

Derzeit in Planung befindet sich die Gartengestaltung der Weingärten des von Steven Holl entworfenen Loisiums in Langenlois, der sich vom begehbaren Wein-Schau-Garten eine authentizitätsverstärkende Bühne für seine Skulpturen wünschte. Realisiert wird nun eine Gedankenschleife, nämlich die des Weinbauern der bei seiner durchaus eintönigen Arbeit Zeit hat, die Gedanken schweifen zu lassen. Neun Pocketgardens tragen diesen Gedanken, an Familie, Schädlinge oder Urlaub, Rechnung. Man geht durch die Reben, die türkisblau bemalten Weinpflöcke sind das Leitsystem, und landet in den bis zu sieben Zeilen breiten Pocketgardens. Aus dem Weingarten wird der Blick nicht nur auf die Hollschen Skulpturen gelenkt, sondern vor allem auch auf die höherliegenden anderen Weingärten.

(Artikel von Elke Krasny)

 

ko a la Landschaftsarchitekten ko a la Landschaftsarchitekten ko a la Landschaftsarchitekten
ko a la Landschaftsplanung
Mag. Robert Kutscha
DI Veronika Oberwalder
Mesnergasse 4
A-8010 Graz
T +43 (0)316/815223-0
F +43 (0)316/815223-19
E office@koala.at
www.koala.at