Martin JungerMartin Junger
Stefan BeerStefan Beer

 

junger_beer

Die Kraft des Raums. Für ihre architektonische Praxis lassen sich junger_beer von Eileen Grays Diktum leiten: „Das Betreten eines Hauses muss wie eine Reise sein, voll Überraschungen." Das Team schafft, oft in interdisziplinärer Zusammensetzung mit anderen Experten, wie Malern, Farbpsychologen oder Bauträgern, intelligente Raumumgebungen. Schicke Fassaden oder spektakuläre Hüllen, die bloß auf den ersten Eindruck setzen, sind ihre Sache nicht. Sie folgen der Logik des Raums von innen heraus, die Anforderungen und Bedürfnisse der Nutzer im Blick.

So werden auch die Entwürfe konzipiert: „von innen nach außen". Es geht um die konsequente Entwicklung von spürbaren, erlebbaren und vor allem gut benutzbaren und haltbaren Raumlösungen. Für „Sysis – interactive simulations ag" gestaltete das Team die Büroräume in der von Hermann und Valentiny umgebauten Brotfabrik. Paravents auf Rollen erlauben das flexible Schaffen von Arbeitsgruppen, ein Meditationsraum dient als stille Insel des Rückzugs vom hektischen Alltag, Teeküchen und eine großzügige Terrasse als Kommunikationszonen. Vor allem setzten sie gemeinsam mit dem auf Farbpsychologie und Innenraumgestaltung spezialisierten Alexander Krittl auf starke Farben zur Identifikation, abseits des tristen Bürograus.

Martin Junger und Stefan Beer sprechen von einem „Meer von Arbeit", in dem die einzelnen durchaus fixe Ankerpunkte ansteuern wollen und man in sichere Häfen für Meetings und Besprechungen einläuft. Ihre Expertise in Bürokonzeptionen konnten sie auch bei ihrem jüngsten Projekt, der Gestaltung der Arbeitsräume für die Budapester Zentrale von „Europolis", einer vorwiegend im Osten agierenden Investmentgruppe, unter Beweis stellen. Auf starke Farbakzente setzten sie auch beim Umbau des Helios Krankenhauses in Innsbruck.

Mit „grund*idee" verfolgt das Team einen ungewöhnlichen, selbstgestellten Anspruch, der architektonisches und soziales Engagement mit zeitgemäßem Marketing in Einklang zu bringen sucht. Gemeinsam mit dem Bauträger Georg Tobler machten die Architekten ein Grundstück in Niederhollabrunn ausfindig. Sie konzipierten vier Doppelwohnhäuser in ökologischer Niedrigenergiebauweise. Als starker Akzent und strukturierendes Element fungieren durchgängige Schuppen, von denen beiderseits die Erschließung der Doppelwohnhaushälften erfolgt. Zugleich sind diese langgezogenen, markanten Schuppenboxen die Trennung zwischen den Privatgärten. Diesen unkonventionellen Schuppen, der auch den Keller ersetzt, erprobten junger_beer erstmals bei einem 2002 mit dem energy globe ausgezeichneten Doppelwohnhaus in Attnang. Rund um die Häuser in Niederhollabrunn soll eine Naturblumenwiese entstehen, Gemüsegärten und ein Forum, das gemeinsam mit den zukünftigen NutzerInnen, eventuell unter Beiziehung einer Mediatorin, Beachvolleyplatz. Biotop oder Bocciabahn werden wird.

Für die Bewerbung dieses Projekts, das erst gebaut werden wird, sobald InteressentInnen gefunden sind, produzierten junger_beer 12.000 Postkarten, verteilten die Information auf Ikea-Parkplätzen, versandten e-mails und schalteten Inserate. Von der Wahl des Grundstücks über den Entwurf, der stark auf Gemeinschaftssinn setzt und weg vom gängigen Singularismus im Wohnen geht, von der Homepage (www.grundidee.at) bis zu Vermarktungsformen wird alles von Grund auf vom Architektenteam geplant und durchgeführt.

 

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