Christian PrasserChristian Prasser

 

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Reduktion mit Substanz. Schlicht und minimalistisch mutet die Homepage von Christian Prasser, der unter cp-architektur firmiert, an. Sie ist übersichtlich, verrät auf den ersten Blick nicht viel, aber sie gestattet es, tiefer zu dringen. Wer es genau wissen will, erhält sorgfältig gestaltete Projektberichte samt Fotos, Plänen, Gebäudedaten und einer aussagekräftigen Beschreibung. Wer es nicht wissen will, wird nicht damit belästigt.


Besucht man Prasser im Büro, das in einem eingezogenen Zwischengeschoß im Foyer eines ehemaligen jüdischen Theaters im Nestroy-Hof untergebracht ist und das er sich mit den Landschaftsarchitekten 3:0 teilt, ergeht es einem ähnlich: Ein übersichtlich strukturierter, heller Großraum, zu einem Gangbereich hin mit thekenartigen Elementen abgeschirmt. In der dunkleren Bürohälfte dann aber Raum für ungestörte Gespräche in konzentrierter Atmosphäre.

In die Tiefe gehen, ohne dazu gezwungen zu sein, Möglichkeiten anbieten, ohne gleich alles zu zeigen: Eigenschaften, die sich auch in seiner Architektur wiederfinden. Am ausgeprägtesten vielleicht im Hotel Beletage in der Wiener Innenstadt. Die elegante Herberge füllt eine Lücke zwischen kommoder Privatpension und noblem 4-Stern-Hotel, wartet aber mit Extras auf, die in den beiden anderen selten anzutreffen sind. Das beginnt bei kleinen Rauwundern wie der Rezeption, die abends zur Bar wird oder den hinter Schranktüren verborgenen Bädern, und endet bei einer grundsätzlichen Großzügigkeit, die viele Nutzungsszenarien offen lässt, ohne sie vorzuschreiben.

Nur neun Monate hat es vom ersten Gespräch  mit dem Bauherren bis zur Eröffnung gedauert. Ein Zeitdruck, den Prasser aus einem anderen Metier bestens kennt: er realisierte Ausstellungsgestaltungen für renommierte Häuser im In- und Ausland und setzte Bühnebilder für Robert Wilson um.

Für den vielseitigen Architekten sind diese temporären Arbeiten exzellente Gelegenheiten, Materialien zu testen, aber auch stets Schulungen in Sachen Kommunikation. Zu schnell hingefegten, vom Zeitgeist diktierten Entwürfen lässt sich der 35-Jährige, in dessen künstlerischer Handschrift kaum noch jugendlicher Übermut durchkommt, dennoch nicht hinreißen.  „Ich versuche jeder Mode soweit wie möglich zu entkommen“, so Prasser. Und: „Materialien und Gebäude müssen altern können.“ Besonders gut gelang letzteres bei einem in unbehandelte Stahlplatten gekleideten Atelier für ein Künstlerpaar in Lauterach, das er wie andere Projekte auch, gemeinsam mit Philip Lutz realisierte. Prasser hat vor dem Architekturstudium (bei Hans Hollein) eine Tischlerlehre absolviert. Die Liebe zum Detail und zu den Materialien mag ebenso daher kommen, wie das stark an Modellen praktizierten Entwerfen. Eine gute Basis, so sagt er selbst, war es auf jeden Fall.

 

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