Ines NizicInes Nizic
Sasa BradicSasa Bradic

 

architektur.bn

Doppelsieg für Zagreb-Wien. architektur.bn Architekten, namentlich Ines Nizic und Sascha Bradic, spätestens seit dem "Doppelsieg" bei EUROPAN 7 mit den Standorten Innsbruck und Rijeka, bekannt, überlässt nichts dem Zufall.

Strategisch suchen sie ihre Wettbewerbe aus und „warten“ als Assistenten an der TU-Wien auf das zu realisierende Projekt, das wohl jetzt in zweifacher Ausführung mit EUROPAN gelungen ist. Nach EUROPAN-Statistik kommen eher Projekte bis zur Realisierung, die von Architekten aus dem eigenen Land gewonnen werden. Mit der Verbindung Kroatien und Österreich ist bn die Idealkombination.

Das Architektenehepaar studierte in Zagreb und verlegte seinen Wohn- und Bürositz auf Grund der schlechten, wirtschaftlichen Lage Kroatiens 1995 nach Wien. Am 25. Juni 1991, Tag der Unabhängigkeitserklärung Kroatiens, wurde ein neuer Staat seiner Selbstständigkeit übergeben. Schnell und radikal änderte sich das Land, die Politik, die Wirtschaft und nicht zuletzt die kulturelle Szene. Die Globalisierung und das Entstehen einer neo-liberalen Wirtschaftspolitik zeitigten schwer wiegende Folgen für die Gesellschaftsstruktur Kroatiens. Die Globalisierung hat in der Vergangenheit nicht nur zu einer starken Konzentration von Stadträumen und Regionen in Europa geführt, sondern auch zu "Schrumpfungen" von Städten, wie sich partiell auch in Zagreb beobachten lässt.

In der kroatischen Hauptstadt wurden die plötzliche Abschaffung des gesellschaftlichen Eigentums und weit reichende Privatisierungen zu einem gesellschaftlichen wie städtebaulichen Problem. Die architektonische Szene hatte anfangs wenig zu tun, bzw. zu bauen. Das hat sich in den letzten Jahren verbessert und auch international fängt sich die Architektur Kroatiens an zu positionieren. Ines Nizic und Sascha Bradic haben nie den Kontakt zu ihrer Heimat abgebrochen, privat wie professionell. Bradic organisiert in seiner Funktion als Assistent seit langem regelmäßige Workshops in Kroatien und auch die Wettbewerbe werden im Wesentlichen auf diese zwei Länder konzentriert.

Ihre Architektur ist sehr konzeptuell, in großen wie im kleinen Maßstab, obwohl der große sie sicher noch mehr interessiert. Städtebaulich so auch die beiden Wohnbauten in Rijeka und Innsbruck, auf die bei ihrem Vortrag sicher das Hauptaugenmerk liegen wird.

1. Extended View _EUROPAN 7 _ RIJEKA Der Vorschlag für den Ort basiert auf einer einfachen und klaren Entscheidung: eine Partitur der Wohnstreifen mit Blick aufs Meer zu schaffen. die Typologie ist auf Grund des „Recycle“ des klassischen Einfamiliehauses dieser Gegend kreiert. Die einzelnen Wohneinheiten sind einerseits ein Teil der gemeinsamen, flexiblen Struktur und anderseits offen für die individuellen Anpassungen. (Analogie zu der Massenproduktion der Kleidung- und Autoindustrie, wo trotz Fliessband Produktion die Erfühlung den persönlichen Wünschen möglich ist) Die Wohneinheiten wie auch Außenräume sind longitudinal konfiguriert, um den Blick aufs Meer aus jedem Raum, zu ermöglichen.

Die Absicht für die Bebauung der Landschaft ist es, die zwei vorhandenen Landschaftselemente zu verwenden: die Hanglage für die Wohneinheiten, mit dem Panoramablick über die Kvarner-Bucht, und die Ebene, mit „programmatic craters“ für die programmatische Entwicklung und Transformation des Ortes.

Die Grundidee war es eine Art „betonte Topografie“ in der Ebene zu kreieren, welche von Elementen wie „medium leisure-scapes“ aus Graswiesen, Sportstreifen, Jugendzentren, Spielplätzen, Treff- und Infrastrukturpunkten, Reserveplätzen usw. bestimmt werden. Diese demokratische, von großen Benutzergruppen, zugängliche Bereiche sollen entlang der Ebene, bis zu den zukünftigen botanischen Gärten, erweitert werden. Künstliche und natürliche, offene Bereiche können, in der gleichen Art und Weise wie bewohnbare oder geschlossene Bereiche genutzt werden.

Die Ausgangspunkte beim Schaffen der offenen Wohnstruktur (welche mehr funktionell als formal ist), basieren auf dem Überlappen von visuellen und persönlichen Kontakten mit der topografischen Umgebung und der Meereslandschaft. Vertikales Wohnen – „Häuser mit Blick“ und horizontales Wohnen – „Häuser mit Garten“ sind so kombiniert, dass sie sich in die bestehende Landschaft fügen. Die neutrale Typologie und die ausgedehnte Fläche, auf der sich die Wohneinheiten erstrecken, erlauben Flexibilität sowohl für den Zwischenraum als auch für die Organisation des Wohnraums. Dadurch wird auch soziale Vielfältigkeit ermöglicht.

Die Unterscheidung zwischen dem Öffentlichen und dem Privaten, den Grenzen und den Übergängen, ist elastisch, und wird von den Bedürfnissen der Bewohner und des Marktes bestimmt. EUROPAN 7 _ INNSBRUCK_Innscape Dieses Projekt ist eine Strategie, die sich auf ein städtisches Drehbuch bezieht. Dieses basiert auf sehr einfachen Richtlinien und alltäglich bekannten Elementen, die sich in vielen Schichten / Ebenen decken. Die neuen Relationen zwischen den bekannten Elementen und teils neuen Elmenten sind die Mechanismen, die es erlauben, dass eine Wohnumgebung ausgeglichen wird; seitdem Pluralismus / Vielfalt und Mehrfarbigkeit die Schlüsseleigenschaften des städtischen Raums sind.

Da sich das Leben mehr und mehr auf Freizeit, Abenteuer sowie Teleworking orientiert, und der Einfluss, der von den Themenparks und der virtuellen Welt kommt immer stärker wird, werden die Programmvielfalt sowie Anpassungsfähigkeit/Flexibilität der Freiräume immer wichtigere Argumente in der Wahl des Wohnraumes. Das Projektziel, im gestalten des Wohnraums entlang des Flusses Inn, ist es die zwei bestehenden Landschaftselemente für die bauliche Entwicklung und Umsetzung auf dem Gelände zu verwenden – den Fluss Inn und den Panoramablick über die Berge. In diesem Sinne erkannten wir die topografischen Elemente der Flüsse Inn und Sill als Qualität, haben sie hervorgehoben, indem wir eine Art „betonter Topografie“ schafften (der Bereich zwischen dem Fluss Inn und dem „unfolded ground“ ), welche von Elementen wie leichte „Freizeit-Landschaften“ aus Graswiesen, Sportstreifen, Jugendzentren, Spielplätzen, Treff- und Infrastrukturpunkten, Reserveplätzen usw. bestimmt werden. Wir erweitern diesen Bereich „der großen Demokratie des Raumes“, von großen Benutzergruppen zugänglich, entlang des Flusses. Künstliche und natürlich offene Bereiche können, in der gleichen Art und Weise, als bewohnbare oder als geschlossene Bereiche genutzt werden. Wir entwickelten auch zwei Elemente des Wohnens: Vertikales Wohnen – „Häuser mit Blick“ und horizontales Wohnen – „Häuser mit Garten“, welche auf der visuellen und haptischen Wahrnehmung mit der Umgebung basieren (mit den topografischen Elementen des Alpenpanoramas).

Die Elemente „sozialer Austausch“ und „gemischtes Programm“ wurden in vertikaler und horizontaler Richtung mit den Wohneinheiten kombiniert, indem sie dieselbe Struktur annahmen. Die horizontalen Einheiten im Süden haben meist Wohncharakter, und die Wohneinheiten im Norden hauptsächlich den Arbeits-Studios-Charakter, wobei die Grenzen zwischen der Wohn- und Arbeitsumgebung ineinander verschmelzen, d.h. sie verschwinden. Die neutrale Typologie und die ausgedehnte Fläche, auf der sich die Wohneinheiten erstrecken, erlauben Flexibilität für den Zwischenraum und für die Organisation des Wohnraums. Die Unterscheidung zwischen dem Öffentlichen und dem Privaten, den Grenzen und den Übergängen, ist elastisch, und wird von den Bedürfnissen der Bewohner bestimmt.

 

architektur.bn
Burggasse 17
A-1070 Wien
T +43 (0)1 924 70 68
F +43 (0)1 924 70 68
E office@architektur-bn.net
    www.architektur-bn.net